Unsere nächsten Seminare

Freitag, 17. April und Samstag, 18. April 2026

Hebräerbrief

mit Dr. Michael Immendörfer

Wie kommen Menschen mit Gott in Berührung und wer kann in seine heilige, himmlische Gegenwart treten? Bei der Beantwortung dieser Fragen fokussiert der Hebräerbrief den Blick auf Jesus, den „Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks“. Er ist allem überlegen, nichts – weder Engel noch Menschen – kommen ihm im Entferntesten gleich. In unserem Kurs tauchen wir in die reiche, tiefgründige und faszinierende Theologie des Hebräerbriefs ein. Dabei ist dieses Buch der einzige neutestamentliche Brief, in dem weder Verfasser noch Empfänger genannt werden. Dies hat in der Forschung zu sehr verschiedenen Deutungen über dessen Absicht geführt. Trotz allem ist davon auszugehen, dass der Autor eine konkrete, ihm bekannte Leserschaft vor Augen hatte. Mit dieser historischen Verortung, die wichtig für den Zugang zu der Schrift ist, werden wir uns genauso beschäftigen wie mit einer Reihe hochwertiger Dissertationen zu einzelnen Fragestellungen des Hebräerbriefes, die in den vergangenen ca. zehn Jahren erschienen sind.

Vorschau

Seminare Frühjahr 2026

  • Freitag, 8. Mai und Samstag, 9. Mai 2026
    Prof. Thomas Kinker: Einleitung Altes Testament
  • Freitag, 12. Juni und Samstag, 13. Juni 2026
    Rainer Brose: Evangelistik

Seminarzeiten

Freitag: 16.00 bis 20.00 Uhr

Samstag: 9.30 bis 17.00 Uhr

Gasthörer

Hast du Interesse, an einem unserer Seminare teilzunehmen? Vielleicht interessiert dich ja ein spezielles Thema oder du möchtest das MBS einfach mal unverbindlich kennenlernen. Dann bist du herzlich willkommen, bei uns als Gasthörer reinzuschnuppern!

Bitte melde dich spätestens drei Tage vor Seminarbeginn per E-Mail unter stuttgart@bucer.de an. Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Für unsere Gasthörer bitten wir um eine Gebühr von 25 Euro pro Studientag (Samstag) bzw. 40 Euro pro Studienwochenende (Freitag und Samstag). Ermäßigungen für Schüler, Studenten und Mitglieder der gastgebenden City Chapel.

Rückblick

16. bis 26. Mai 2023

Griechenland-Studienreise des MBS: „Umwelt des Neuen Testaments“

16 große Statuen standen in der Antike am Eingang des Stadions von Olympia. Allerdings waren die Statuen nicht den Siegern der Wettbewerbe gewidmet, sondern bildeten die 16 Athleten ab, die während der langen Geschichte der antiken Olympischen Spiele nicht den Regeln gemäß gekämpft hatten. In einer von Ruhm und Ehre geprägten Kultur brachten sie damit Schande über sich selbst und ihre Heimatstädte.

Bei unserer MBS-Studienreise in Griechenland tauchten wir tief in die antike Kultur und Lebenswelt ein. Auf den Spuren des Apostels Paulus besuchten wir mit unserer 17-köpfigen Gruppe fast alle Orte, an denen er sich auf seiner 2. und 3. Missionsreise aufhielt, von Thessaloniki über Philippi bis Korinth. Auch andere weltbekannten Stätten, wie Delphi, Epidauros oder Olympia, die für das Verständnis Griechenlands eine entscheidene Rolle spielen, durften auf dem Programm nicht fehlen. Ebenso die prachtvollen Königsgräber des antiken Aigai.

Im Norden des Landes ging es zu Fuß ein Stück über die 2.200 Jahre alte Via Egnatia, zum Teil steil bergauf bzw. bergab – genau auf der Strecke, die Paulus von Neapolis nach Philippi zurücklegte (Apg 16,11-12). Insgesamt besuchten wir neun Ausgrabungsstätten und acht große Museen. Archäologen haben hier seit Ende des 19. Jahrhunderts fleißig gearbeitet und zahllose kostbare Funde ans Tageslicht gebracht. Überwältigt von der Schönheit antiker Kunst standen wir vor Bodenmosaiken, Statuen und Skulpturen (wie dem bedeutenden „Hermes des Praxiteles“), Amphoren, Spiegeln, Öllämpchen und vielem mehr. Dabei wurde es richtig spannend, die antike Lebenswelt mit einzelnen Texten des Neuen Testaments in Verbindung zu bringen.

Alle zur damaligen Zeit wichtigen Begebenheiten hielten die Menschen in Inschriften fest, viele von ihnen konnten wir uns vor Ort näher anschauen. Im Museum von Delphi begeisterte uns die berühmte Inschrift des Prokonsuls Gallio (Apg 18,12-17), nach welcher die Ereignisse in der Apostelgeschichte datiert sind. Erastus, von Paulus als Schatzmeister bezeichnet (Röm 16,23), ließ in Korinth die Straße vom Theater zum Hafen aus eigenen Mitteln pflastern, die Inschrift ist dort noch heute in den Boden eingelassen. Die zahlreichen Inschriften freigelassener Sklaven illustrierten, wie Paulus die Aussage „für die Freiheit hat Christus uns freigemacht“ (Gal 5,1) versteht.

Der Gang durch die Ausgrabungsstätten führte uns die Dimension und Pracht antiker Städte lebhaft vor Augen. Das öffentliche Leben mit Einkaufsmöglichkeiten, Werkstätten und Bankett- oder Gerichtssälen spielte sich im Bereich des Forums ab. Religion, Kult und Götterverehrung waren untrennbar mit dem alltäglichen Leben verbunden. Tempel für Zeus, Apollo, Dionysos und dutzende andere Gottheiten bildeten das Zentrum der Städte – für die ersten Christen alles andere als einfach, in diesem gesellschaftlichen Umfeld zu leben. Trotzdem erwies sich das Evangelium durch die Kraft des Heiligen Geistes als mächtig(er) und Menschen kamen zum Glauben an den lebendigen Gott.

Ein großes Dankeschön gilt unseren beiden Reiseleitern und NT- bzw. AT-Wissenschaftlern Dr. Dierk Müller und Prof. Thomas Kinker. Ihr biblisches und geschichtliches Fachwissen ist schlicht überwältigend. Sie zeigten auf eine äußerst lebendige Weise, welch wichtige Rolle das Verständnis damaliger kultureller und religiöser Hintergründe für die Interpretation des Neuen Testaments spielt. In seiner Einzigartigkeit trug jeder Reiseteilnehmer zur wunderbaren Gemeinschaft in der Gruppe bei, vielen Dank dafür! Und nicht zuletzt gratulieren wir Jonathan, der bei unserem spontanen Lauf im Stadion von Epidauros nach 181,30 Metern die Ziellinie als Erster überquerte!